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News vom LTV Bad Dürkheim
Dem Leichtathletik- und Turnverein in DÜW

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spike  LTV bezieht Stellung zu Schwimmbadsituation  spike

Zwar ist der LTV von der bereits feststehenden drastischen Kürzung der Nutzungszeiten im Salinarium für die Dürkheimer Vereine nicht direkt betroffen, hat jedoch über einen Leserbrief von LTV-Vize Semir Kamhawi ("Die Rheinpfalz" vom 13.03.2004) dennoch einige kritische Aspekte in die Diskussion eingebracht. Bemerkenswert scheint auch, dass sich bisher noch kein einziger Badegast per Leserbrief zu Wort gemeldet hat, der sich - wie angegeben - durch die Schwimmer gestört oder eingeschränkt gefühlt hätte.
"Kein akzeptabler Politikstil" schreibt der Ortsvorsitzende der SPD Bad Dürkheim zu dem Vorgang und da kann man ihm nur beipflichten. Es ist wirklich kein akzeptabler Politikstil, wenn offensichtlich aufgrund anstehender Wahlen "mit Gewalt" aus einer unglücklichen Verwaltungsentscheidung ein Politikum heraufbeschworen wird, weil der CDU-Bürgermeister u.a. auch im Aufsichtsrat der Stadtwerke als Träger des Salinariums einen Sitz hat. Auch im Wahljahr sollte es doch auf Stadtratsebene möglich sein, sachlich zu bleiben!
Wir gehen davon aus, dass nach einer gewissen Beobachtungszeit zusammen mit den betroffenen Vereinen eine akzeptable Lösung gefunden wird und auch in Sachen Schwimmen wieder eine vorbildliche Unterstützung durch die Stadt Bad Dürkheim wie in anderen Bereich auch möglich sein wird.



Die Schwimmer hatten es in der Sportstadt Bad Dürkheim bisher schon schwer genug – im Freibad verhindert die Trennleine zum Nichtschwimmerbereich ein ungestörtes Bahnenziehen, an Wettkämpfe ist dort gar nicht zu denken, die Wassertiefe ist dafür unglaublicherweise nicht ausreichend bemessen. Bei den Rheinland-Pfalz Mehrkampfmeisterschaften des Turnerbunds vor wenigen Jahren mussten die Schwimmwettbewerbe bei hochsommerlichen Temperaturen daher im Hallenbecken absolviert werden – da finden sich aber auch nur an zwei Bahnen überhaupt noch Startblöcke.
Für ambitionierte Schwimmer lag bisher der Gedanke natürlich nahe, einem der im Schwimmbereich aktiven Vereine beizutreten um spielenden Kindern, „Querschwimmern“ oder den Beckrand blockierenden Personen aus dem Weg zu gehen. Den Jahresbeitrag gibt es hier schließlich teilweise für den Gegenwert einer Zehnerkarte, dazu fachkundige Betreuung sowie die Nutzung von Trainingshilfen und weiterer Angebote des Vereins. Von sozialen und pädagogischen Aspekten für Kinder und Jugendliche sowie der Erlangung der Schwimmfähigkeit gar nicht zu reden.
Und damit soll es nun mehr oder weniger vorbei sein? Anfängerkurse und Schwimmunterricht ab 18.30 Uhr bei 160-180 Kindern und Jugendlichen? Wie viele Kinder und Jugendliche werden die Vereine nach einer ausgefüllten Schulwoche samstagmorgens um sieben Uhr empfangen können? Stehen die ehrenamtlich tätigen Übungsleiter und Trainer zu den neuen, offenbar rücksprachlos vorgesetzten Zeiten überhaupt zur Verfügung? Zudem ist eine einmalige sportliche Betätigung pro Woche selbst bei gesundheitsorientierter Ausübung unzureichend und unter sportlichen Gesichtspunkten schon fast als unsinnig zu bezeichnen.
Aufgrund von Beschwerden von Badegästen sollen diese drastischen Maßnahmen erfolgen. Wie kann man sich denn von diszipliniert auftretenden Schwimmgruppen gestört fühlen, die auf einer abgesperrten Bahn ihrem Sport nachgehen? Fühlen sich die Badegäste nicht viel eher von dem ambitionierten Schwimmer gestört, der eben nicht im Verein auf abgesperrter Bahn trainiert? Da kommt es vielleicht hin und wieder tatsächlich zu einem kleineren Zusammenstoß oder man bekommt ein paar Wasserspritzer ab, aber „permanent an den Beckenrand gespült“ wird selbst davon kein Badegast. Stört vielleicht eher die ungünstige Akustik in dem Spaßbad mit vielen spielenden und naturgemäß nicht gerade leisen Kindern? Oder schrecken vielleicht die hohen Eintrittspreise so machen Besucher in den Abendstunden nicht viel eher ab, als zwei abgesperrte Bahnen? Das Hallenbad in Maxdorf hat zwei keine Riesenrutsche zu bieten, aber dafür neben Startblöcken an allen Bahnen auch ein Sprungbrett, sowie eine minimale Wassertiefe von 1,60 Meter. Neben dem organisatorischen Problemen kann es doch aber nicht im Interesse der Kurstadt liegen, seine in Vereinen organisierten Bürger durch solche drastischen Einschränkungen in das benachbarte „Paradies für Schwimmer“ mit noch dazu deutlich niedrigeren Eintrittspreisen zu „drängen“.
Die Einnahmeausfälle durch die teilweise ausgesperrten Vereine (wenn auch in geringerer Höhe als durch „normale Badegäste) muss erst einmal ausgeglichen werden, weiterhin müssen die fehlenden Badegäste durch die Schließung Montag ab 19 Uhr kompensiert werden. Wie soll diese Rechnung nennenswerte Gewinne ausweisen? Viele Verlierer stehen jedoch jetzt schon fest: Die zahlreichen Mitglieder der Schwimmabteilungen und der DLRG, überwiegend Schüler und Jugendliche!

In einer Resolution der DLRG zur Bädersituation heißt es „Sie (die DLRG) beobachtet mit zunehmender Sorge, dass Politiker und öffentliche Hand immer häufiger finanzielle Probleme der Kommunen durch das Schließen von Schwimmbädern oder ihre Umwandlung in kommerzielle Freizeit- und Spaßbäder lösen wollen.“ Dabei handelten die Beteiligten nicht nur zumeist ohne eine Beteiligung der Nutzer und damit der Betroffenen, sie agierten auch unstrukturiert und isoliert, ohne überregionale Abstimmung. Der Präsidialrat sieht darin eine „Existenzgefährdung ideeller, ehrenamtlicher Strukturen, die im Allgemeinen in eine Entscheidungsfindung gar nicht oder nicht ausreichend gewichtet“ mit einfließen. „Auch die langfristige Konsequenz einer nachhaltigen Abnahme der Schwimmfähigkeit in der Bevölkerung und damit einhergehende Steigerung der Ertrinkungszahlen findet keine Beachtung“, heißt es in der Resolution weiter. Dem ist nichts hinzu zu fügen.

von: U. Fehr    Datum: 13.3.2004    Kategorie: Sport     ID: 8